Dieser Artikel erschien zuerst bei unseren Kollegen von DJ-Extensions (englisch).

Im Oktober 2025 ist Joomla 6.0 offiziell erschienen. Damit endet gleichzeitig der Support für Joomla 4. Wer noch eine Website mit Joomla 4 betreibt, sollte das ernst nehmen: Es gibt keine Sicherheitspatches, keine Fehlerbehebungen und keine Anpassungen an neue PHP-Versionen mehr. Joomla 6 selbst bringt dafür einige spürbare Neuerungen bei Tempo, Automatisierung und Bedienung.

Was bedeutet das Support-Ende für Joomla 4 konkret?

Für Joomla 4 gibt es ab sofort keine Sicherheitspatches, keine Fehlerbehebungen und keine Kompatibilitäts-Updates für neue PHP-Versionen mehr. In der Praxis heisst das für Ihre Website:

  • Bekannte Sicherheitslücken werden nicht mehr geschlossen.
  • Erweiterungen und Vorlagen (Templates) laufen mit der Zeit aus dem Gleichschritt.
  • Die Seite wird tendenziell langsamer, weil nichts mehr optimiert wird.
  • Irgendwann unterstützt Ihr Hosting die dafür nötige, ältere PHP-Version nicht mehr.

Es ist also nicht die Frage, ob Probleme auftreten, sondern wann. Eine Migration auf Joomla 5 oder direkt auf Joomla 6 gehört deshalb auf die Agenda.

Was ist neu in Joomla 6?

Joomla 6 ist kein kleines Update, sondern ein spürbarer technischer Schritt nach vorne. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Automatische Kern-Updates. Joomla 6 kann sich selbst aktualisieren – gesichert über ein Prüfverfahren mit Rollback-Möglichkeit, falls etwas schiefgeht.
  • Erweiterte Cassiopeia-Vorlage. Farben und Schriften lassen sich direkt im Admin-Bereich anpassen, ganz ohne CSS-Kenntnisse.
  • Bessere Versionierung. Auch Daten aus benutzerdefinierten Feldern werden mitversioniert – frühere Stände lassen sich vollständig wiederherstellen.
  • Neue Feldtypen. Ein Notizfeld für Hinweise sowie ein Zahlenfeld mit optionaler Währungsformatierung.
  • Schnellere Sprachverarbeitung. Ein neuer Cache für Sprachdateien verkürzt die Ladezeiten spürbar.
  • Neuer Editor. TinyMCE 8.0.1 mit verbesserter Barrierefreiheit und mehr Funktionen.
  • Kompatibilitäts-Plugin. Ein eingebautes Plugin hält Erweiterungen aus Joomla 5 auch unter Joomla 6 lauffähig.

Sollten Sie sofort umsteigen?

Technisch spricht nichts dagegen, strategisch ist Eile aber selten die beste Wahl. Joomla 6 läuft stabil, aber viele Erweiterungen und Vorlagen von Drittanbietern werden erst nach und nach angepasst. Wenn Ihre Website auf mehreren solchen Erweiterungen aufbaut, kann ein zu früher Umstieg zu Konflikten oder gar Ausfällen führen.

So gehen Sie die Migration an

  • Bestand aufnehmen. Listen Sie alle aktiven Erweiterungen, Plugins und Vorlagen auf und prüfen Sie, ob diese bereits für Joomla 6 bereit sind.
  • Auf einer Testumgebung arbeiten. Nie direkt auf der Live-Seite testen – zuerst eine Kopie aufsetzen und den Umstieg dort durchspielen.
  • Kompatibilitäts-Plugin aktivieren. Es sorgt für einen deutlich reibungsloseren Umstieg.
  • Updates der Erweiterungs-Hersteller abwarten. Warten Sie, bis wichtige Erweiterungen (etwa für SEO, Formulare oder Galerien) ihre Joomla-6-Kompatibilität bestätigen.
  • Vollständiges Backup erstellen. Sichern Sie Website und Datenbank vollständig, bevor Sie etwas verändern.
  • Alle Erweiterungen aktualisieren. Erst danach die eigentliche Aktualisierung auf Joomla 6 in der Testumgebung durchführen.
  • Gründlich testen. Formulare, Menüs, Registrierung, SEO-Einstellungen und die Ansicht auf verschiedenen Geräten prüfen.
  • Live gehen. Caches leeren, Suchindizes neu aufbauen und die Leistung ein zweites Mal kontrollieren.

Wenn Ihre Website geschäftskritisch ist, lohnt sich für diesen Schritt fachkundige Unterstützung: Es gibt Fachleute und Plugins, die den Umstieg gezielt begleiten und Ausfallzeiten minimieren.

Warum automatische Updates nicht immer die beste Wahl sind

Die neue automatische Aktualisierung von Joomla 6 klingt zunächst nach reiner Erleichterung, ist aber nicht ohne Tücken. Wer mehrere Erweiterungen von Drittanbietern einsetzt, riskiert bei automatischen Updates plötzliche Kompatibilitätsprobleme oder ein verändertes Layout, sobald eine Erweiterung noch nicht bereit ist. Unsere Empfehlung:

  • Automatische Updates zunächst deaktivieren, bis alle Erweiterungen bestätigt kompatibel sind.
  • Vor grösseren Updates immer ein Backup erstellen.
  • Updates zuerst in einer Testumgebung ausprobieren.
  • Automatische Updates erst wieder einschalten, wenn das System nachweislich stabil läuft.

Vorteile und Herausforderungen im Überblick

Joomla 6 bringt klare Vorteile, aber auch Punkte, die Aufmerksamkeit verlangen:

  • Vorteil: automatische, gesicherte Updates – Herausforderung: nicht alle Erweiterungen sind bereits kompatibel.
  • Vorteil: spürbar mehr Geschwindigkeit – Herausforderung: Kompatibilität muss vorab geprüft werden.
  • Vorteil: aufgeräumte, moderne Oberfläche – Herausforderung: kleine Eingewöhnung bei neuen Funktionen.
  • Vorteil: bessere Mehrsprachigkeit und Barrierefreiheit – Herausforderung: frühe Nutzung kann noch kleinere Kinderkrankheiten zeigen.

Wer geschäftskritische Seiten betreibt – etwa einen Onlineshop oder eine Mitgliederplattform –, fährt oft besser, wenn er die Version 6.1 oder 6.2 abwartet, bis sich das Umfeld an Erweiterungen gesetzt hat. Die Wartezeit lässt sich sinnvoll nutzen: Erweiterungen aufräumen, Backups vorbereiten, Testumgebung einrichten.

Fazit

Joomla 4 wird nicht mehr gepflegt, Joomla 6 ist da und bringt mehr Tempo, Automatisierung und eine aufgeräumtere Bedienung. Ein überstürzter Umstieg ohne Vorbereitung kann jedoch zu Kompatibilitätsproblemen führen. Wer die Migration plant, testet und schrittweise umsetzt, kommt sicher und ohne böse Überraschungen bei Joomla 6 an.